1 . Tiff – der Anfang
An diesem Morgen, das merkte Tiff sofort, war etwas anders. Wie viele Tage er schon hier sass, konnte er nicht sagen, aber auf jeden Fall waren bisher alle Tage gleich gewesen: Pünktlich um 9 Uhr wurden alle Zoobewohner vom Knarren und Quietschen der Türen und Jalousien geweckt. Das Licht strömte in die Kammern und wenig später kamen die ersten neugierigen Besucher und starrten durch die Glasscheiben. Manchmal war Tiff noch schläfrig und er lag bis zum Mittag zusammengerollt auf seinem Brettchen. Manchmal kamen Kinder und patschten mit ihren Händen an das Glas, dann quietschte Tiff und hüpfte und die Kinder hatten Freude daran.
Aber heute stimmte etwas nicht. Die Jalousien waren wie immer um 9 Uhr hoch gerattert. Soweit war alles normal. Aber da steifte ein ungewohnter Luftzug Tiffs Nase. Woher kam diese kühle Luft? Vorsichtig schielte Tiff um die Ecke und bemerkte zu seinem grossen Erstaunen, dass die Glastüre seiner Kammer einen Spalt weit offen stand.
Tiff war sich unschlüssig: Sollte er hingehen, durch den Spalt schlüpfen? Sollte er draussen, in der Kammer der Kinder spielen gehen? Er könnte sich auch einfach zusammenrollen und vorgeben, nichts bemerkt zu haben… Nein, schnell hüpfte er auf, schwang sich durch den offenen Spalt und landete auf einer Sitzbank.
Wie aufregend! Tiff hangelte sich mit seinem Schwanz die Bäume entlang und beobachtete die Besucher im Zoo. Auf einem hohen Laubbaum versteckte er sich im Geäst und verfolgte mit, wie die Zoowärter die offene Glastüre entdeckten und aufgeregt zu gestikulieren begannen. Sie hatten es gemerkt! Tiff freute sich, so wichtig war er also, dass man überall nach ihm zu suchen begann. Aber so leicht wollte er es den Zoowärtern nicht machen. Er blieb in seinem Versteck sitzen. Langsam wurde er müde und döste ein.