2 . Tiff kann nicht zurück
Als Tiff aufwachte, merkte er, dass die Sonne schon tief am Himmel stand. Alles war ihm fremd. Wo war er? Er drehte sich um und wäre beinahe vom Ast gefallen, nur in letzter Sekunde konnte er sich mit seinem Schwanz festhalten. Da fiel es ihm wieder ein: Er war ja aus seiner Kammer hinaus geklettert. Ein kurzer Blick auf sein altes Zuhause liess ihn nichts Gutes ahnen. Das Glasfenster war geschlossen. Kein Zoowärter, kein Besucher weit und breit. Wie um Himmels Willen sollte er jetzt zurück in seine Kammer gelangen!?
Hastig hangelte er sich hinunter und setzte sich auf den Sims vor dem Glas. Hinter dem Glas, in seiner Kammer lagen frische Karotten und Blätter. Sein Magen begann zu Knurren, aber Tiff konnte keinen Weg in die Kammer finden. Seine Mitbewohner hatten wohl die Mahlzeit für ihn aufbewahrt. Aufgeregt kratzte er an der Scheibe, aber niemand war zu sehen. Er hüpfte auf und ab, quietschte und polterte. Aber kein anderes Äffchen, kein Zoowärter und keine Besucher waren da.
Tiff wurde wütend. Was fiel denen denn ein! Was sollte er essen? Wo sollte er schlafen? Und wenn es nun fürchterlich kalt wurde! Er musste einen Zoowärter finden. Aufgeregt begann er im Gelände herumzurennen, hangelte sich von Baum zu Baum, hüpfte über Teiche und krabbelte durch ein Blumenfeld, bis er einen kleinen Hügel erreichte. Von dort oben konnte er den gesamten Zoo überblicken. Und mit einem Mal wurde ihm klar, dass der Zoo bereits geschlossen war. Die Besucher waren längst gegangen, die Zoowärter hatten ihre Kittel ausgezogen und waren zu ihren Kindern nach Hause zurückgekehrt. Die Tiere schliefen bereits. Man hatte aufgehört nach ihm zu suchen, man hatte sich damit abgefunden, dass er weg war.
Da wurde Tiff traurig. Hatten sie ihn bereits vergessen? Er rollte sich in einen Ast und weinte leise.