68 . Tiff, Bümp und Raw wollen zum höchsten Berg der Welt
Das rothaarige Mädchen trug die grüne Kette zum Tisch und Tiff, Bümp und Raw folgten ihm. Das rothaarige Mädchen legte die Kette neben das Buch und Raw versuchte ihm zu beweisen: „Siehst Du, das ist dieselbe Kette, wie auf dem Bild.“ Abwechselnd zeigte Raw auf die Kette und auf das Bild. Das rothaarige Mädchen und der lustige Junge, der mittlerweile an den Tisch getreten war, nickten anerkennend. Sie sprachen miteinander, und obwohl die drei Freunde nicht wirklich verstehen konnten, worum es ging, hörten sie die Bewunderung aus den Stimmen heraus.
„Sie haben’s begriffen!“ sagte Bümp, „und ich glaube, sie sind ganz unserer Meinung, dass es dieselbe Kette ist.“ Die drei Freunde machten ein kleines Freudentänzchen um die Kette und um das Buch herum. Dann setzten sie sich neben die Kette und erzählten ihr von Krishna und Rada. „Ah, ja“, sagte die Kette, „mein Heimatland liegt gerade neben Krishnas Land, ich habe auch schon von ihm gehört, bestimmt war er auch schon mal in unserem Land.“ Da ergriff Tiff die Gelegenheit und fragte: „Weißt Du, unsere Familie kommt ursprünglich auch aus dieser Gegend. Ich weiss zwar nicht genau woher, aber vielleicht möchten wir gerne einmal da hin reisen. Wie finden wir denn das Land?“ Und die Kette antwortete: „Krishnas Land heisst Bharat, aber hierzulande nennen sie es Indien und ich selbst, ich komme aus einem Land, das man Nepal nennt. Hasst Du vom höchsten Berg der Welt gehört?“ Tiff hatte davon gehört. „Nun, wenn Du den höchsten Berg der Welt suchst, dann findest Du unser Land in südlicher Richtung.“ Und Tiff meinte: „Das ist ja eigentlich ganz einfach! Wir müssen nur immer den höchsten Berg suchen, und da er der höchste ist, müsste man ihn ja auch von weitem sehen. Aber vielleicht kannst Du uns den Weg genauer beschreiben, damit wir uns nicht verirren.“
Die Kette überlegte lange, dann sagte sie: „Ich kann den Weg nicht beschreiben, ich kenne ihn nicht.“ Dies überraschte die drei Freunde sehr und Bümp wendete ein. „Aber Du bist doch hier! Du musst doch wissen, wie Du hierher gekommen bist. Du musst uns den Weg nur rückwärts beschreiben.“ Da seufzte die Kette tief und antwortete traurig: „Ja, seht ihr, da liegt das Problem. Ich bin mit dem Schiff gekommen. Das Schiff fuhr tagelang auf dem offenen Meer. Ich habe keine Ahnung in welche Richtung es fuhr. Es legte am einen Hafen ab und landete einen Monat später an einem anderen. Die ganze Zeit war ich in einer Kiste eingesperrt, sodass ich auch nicht weiss, wie die Häfen hiessen. Es tut mir leid, ich kann Euch nur diesen einen Rat geben: Sucht den höchsten Berg der Welt und haltet Euch südlich.“
Während sich die drei Freunde mit der Kette unterhielten, hatten das rothaarige Mädchen und der lustige Junge in dem Buch geblättert. Gerade eben schlugen sie eine neue Seite auf, als die grüne Kette plötzlich zu glänzen und zu glitzern begann. Sie strahlte in voller Schönheit und sagte tief bewegt: „Seht Euch das Bild in dem Buch an, das ist er, der höchste Berg der Welt. Prägt Euch die Formen ein, dann werdet ihr ihn Berge finden!“ Tiff, Bümp und Raw setzten sich vor das Buch und waren fasziniert von dem, was sie sahen: Eine riesenhaftes Bergmassiv war zu sehen und an seinem Fuss winzig kleine Häuser und Menschen. Tiff, Bümp und Raw staunten mit grossen Augen. Das rothaarige Mädchen zeigte mit dem Finger auf den Berg und redete zu den drei Freunden. „Was will sie uns sagen?“ fragte Tiff. Aber auch die anderen beiden verstanden nicht genau, worum es ging. Das rothaarige Mädchen und der Junge redeten weiter und deuteten auf das Bild. Ab und zu machten sie eine Handbewegung zu der Türe.
Bümp ergriff eine freudige Ahnung: „Ich glaube, sie reden vom Berg und dass sie dahin gehen wollen.“ Tiff beobachtete das rothaarige Mädchen und den lustigen Jungen aufmerksam und sagte: „Ich glaube, sie fragen uns, ob wir mitkommen wollen“, und in plötzlicher grosser Aufregung hüpfte er herum, zeigte auf das Bild und rief: „Ja, wir wollen mit, wir wollen mit!“ Und Bümp und Raw stimmten ein, sie tanzten zu dritt im Kreis um das Bild und sangen: „Wir wollen mit, wir wollen mit!“